Das Nahe-Gebiet liegt zwischen Mosel und Rhein. Sein östlicher Teil reicht bis zum Rheingau. Und im Süden grenzt es an Rheinhessen. Dieses Gebiet ist ein Musterbeispiel für die Vielschichtigkeit der deutschen Weine. Je nach Rebsorte und Jahrgang ähneln sie einmal denen der Mosel, ein andermal den Rheingauern oder den Rheinhessen. Das liegt an der ungewöhnlichen Vielfalt der Bodenarten: Porphyr, Schiefer, Rotsandstein, Mergel, Quarzit, Lehm und viele andere. Dadurch ergeben sich sogar Unterschiede innerhalb einer Rebsorte. Neben den feinrassigen Nahe-Rieslingen und den ausdrucksvollen Müller-Thurgau-Weinen (Rivaner) präsentieren sich milde und vollmundige Silvaner wie auch Grauburgunder mit zartem Bukett. Aber auch Scheurebe, Kerner und Bacchus werden angebaut.
Auf dieser Seite möchten wir Ihnen alle von uns angebauten Rebsorten vorstellen.
Riesling
Der König der weißen Rebsorten stellt hohe Ansprüche an Boden und Klima, doch hat er das Zeug zu höchst unterschiedlichen Weinen. Sein Geschmacksbild wird oft mit Pfirsicharoma und lebendiger Frische umschrieben. Spritzige, frische Rieslinge wachsen an der Nahe. Hinzu kommen die edelsüßen Weine aus der Rieslingtraube, Auslesen und höhere Prädikate, deren Spiel von Frucht, Aroma, Körper, Süße und Säure und deren Langlebigkeit kein anderer Wein der Welt zu bieten hat.
Genuss: Junge leichte Rieslingweine, je nach Gusto trocken bis fruchtig süß, sind fröhliche Zechkumpane und ideale Sommerweine. Als Speisebegleiter sind gereifte Rieslinge besser geeignet, ja sogar etwas betagte Riesling Spätlesen zeigen beim Essen wieder etwas von ihrer Jugend. Trockene bis halbtrockene Rieslinge passen besonders gut zu leichten Gerichten, gedünstetem See- und Süßwasserfisch, gekochtem Fleisch mit hellen Saucen, und kleinem Hausgeflügel. Halbtrockene bis liebliche Spätlesen harmonieren gut mit Frischkäse. Fruchtig süße Spätlesen oder edelsüße Auslesen sind vorzügliche Begleiter zu fruchtigen Desserts. Altersgereifte edelsüße Auslesen und Beerenauslesen sind die optimalen Aperitifs zu festlichen Menüs.
Gezüchtet im Jahre 1882 in Geisenheim von Prof. Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau. In jüngster Zeit verwendet man zuweilen die als Synonym zugelassene Rebsortenbezeichnung "Rivaner" für trockene Müller-Thurgau-Weine aus besonders guten Trauben.
Die Rebsorte reift früh und liefert süffige, manchmal blumige, mit einem feinfruchtigen Muskataroma versehene Weine. Die Säure fällt eher mild aus. Meist handelt es sich um trockene oder restsüße Qualitätsweine. Der Müller-Thurgau ist - von Ausnahmen abgesehen - kein lagerfähiger Wein und schmeckt in den ersten Jahren nach der Ernte am besten.
Genuss: Die unkomplizierten Weine sind geschmacklich leicht zugänglich und werden aufgrund ihrer harmonischen Charaktereigenschaften gerne getrunken. In der Farbe sind sie blassgelb bis hellgelb und mit einem mittleren Körper. Tragen sie die Bezeichnung Rivaner auf dem Etikett, so kann man davon ausgehen, dass es sich um einen trockenen, eher jugendlichen, leichten und frischen Wein handelt. Müller-Thurgau-Weine sind meist unkomplizierte Zechweine und sie eignen sich zu zart-aromatischen Speisen.
Farbe: blaß- bis hellgelb Duft, Geschmack: blumig duftend, zartes Muskataroma Säureausprägung: sehr mild Körper, Gehalt: mittel bis kräftig
Grauburgunder (Ruländer)
Als Rebe sind Ruländer und Grauburgunder identisch. Nur der Lesezeitpunkt ist verschieden: Grauburgunder wird früher geerntet. Doch wie unterschiedlich sind die Weine! Guter Grauburgunder, der in Frankreich Pinot Gris und in Italien Pinot Grigio heißt, hat ein volles Aroma reifer, gelber Früchte (häufig Birne), einen kräftigen Körper und spürbare Säure. Dazu braucht er bescheidene Erträge, warme Böden und gesunde Trauben, aber dennoch ein gewisses Reifegerüst.
Genuss: Ein junger, leichter, trockener bis halbtrockener Grauburgunder ist als Sommerwein gut geeignet. Trockene Kabinettweine und Spätlesen harmonieren gut mit Meeresfrüchten, kräftigem Seefisch, Pasta, Lamm, Wildgeflügel und Jungwild sowie reifem Weichkäse. Barriqueweine zu intensiv schmeckenden Lammgerichten und leichten Wildgerichten, etwa Wildgeflügel oder Reh. Fruchtig-süße Spätlesen oder edelsüße Auslesen passen besonders gut zu fettreichem Edelpilzkäse und zu Desserts mit Honig, Mandeln oder Marzipan.
Dem Weingott Bacchus, der nie genug bekommen konnte, huldigt der Name dieser Züchtung. Diese Sorte besitzt ein feines Muskatelleraroma. Ist das typische Aroma vorhanden, so gefällt dem Weinfreund auch ihr kräftiger Körper und ihr angenehm aromatischer Charakter, der gut ins deutsche Rebsortenbild paßt.
Farbe: hellgelb Duft, Geschmack: blumig, zarter Muskatton (manchmal an Kümmel erinnernd) Säureausprägung: feinrassig Körper, Gehalt: leicht bis mittel
Scheurebe
Georg Scheus Züchtung aus dem Jahr 1916 ist eine der feinsten Bukettsorten, wenn ihr Wein aus vollreifen Trauben gewonnen wird. Dann entfaltet sich der betörende Cassis-Duft, der Körper wird kräftig und verträgt die anhaltende Säure, die den Geschmack des aromatischen Weines lange im Mund verweilen läßt.
Die Scheurebe verdient es, alleine genossen zu werden. Dabei bietet sich der leichte Kabinettwein für die gesellige Runde an, trockene bis halbtrockene Spätlesen empfehlen sich als Begleiter zu aromatisch-würzigen Ragouts von Fisch und Geflügel, gerade auch zur asiatischen Küche, edelsüße Spätlesen und Auslesen passen zum fruchtigen Dessert.sie paßt aber auch zu würzigen Ragouts und fruchtigen Desserts. Exotisch, wie es ihre Art ist, zeigt sie besondere Stärken in Verbindung mit asiatisch gewürzten Speisen.
Farbe: hellgelb bis goldgelb Duft, Geschmack: sehr aromatisch, schwarze Johannisbeeren Säureausprägung: feinrassig Körper, Gehalt: mittel bis kräftig
Huxelrebe
Aus der Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey stammt eine Kreuzung aus Weißer Gutedel x Courtillier musqué: die Huxelrebe. Die Sorte liefert ansprechende, frische Weine (rassig, elegant, charaktervoll, reif) mit einem feinen Muskatton im höheren Prädikatsbereich. Die Lagerfähigkeit ist gut. Hauptverbreitungsgebiete sind Rheinhessen, die Pfalz und die Nahe.
Ortega
Die frühreifende Kreuzung aus Müller-Thurgau x Siegerrebe liefert selbst in ungünstigen Jahren sehr hohe Mostgewichte. Dafür bauen die Säurewerte in warmen Jahren häufig am Stock schnell ab. Die Ortega-Weine, die oft Auslese-Niveau erreichen, zeichnen sich durch feine Frucht und ein pfirsichartiges Bukett (ähnlich dem der Siegerrebe) aus. Als Spezialitäten spielen die Spitzen-Ortegas fast ausschließlich in der Direktvermarktung ab Weingut eine wichtige Rolle.
Portugieser - Der leichte, duftige Rotwein
Nicht jedes Weinrätsel löst die Wissenschaft: Die Herkunft des Portugiesers ist unklar. Mit Portugal hat er allem Anschein nach nur den Namen gemeinsam. Der Portugieser gilt als unkomplizierter, angenehmer, vollmundiger, süffiger und frischer Schoppenwein. Ohne all zuviel Tannin entwickelt er sich schnell und ist schon im Frühjahr ein harmonischer, gut trinkbarer Wein. Er kann dann auch etwas kühler (Rosé 9 - 13° C und Rotwein 14 - 16° C) angeboten werden. Das verstärkt den erfrischenden Charakter des leichten Rosé- oder Rotweins, der meist eine belebende Säure mitbringt. Im verhaltenen Duft finden wir Anklänge von Beerendüften wie rote Johannisbeere, Himbeere oder Erdbeere, mitunter auch Sauerkirsche oder einen Pfefferton. Der Portugieser kann bei vielen Gerichten ein genügsamer Essensbegleiter sein, zudem hat gerade der Weißherbst als Sommerwein viele Freunde.
Farbe: hellrot Duft, Geschmack: verhalten, fast neutral, feinfruchtig (Erdbeeren), manchmal Pfefferton Säureausprägung: mild, etwas betonter als Burgunder Körper, Gehalt: leicht