"Weintrinker leben länger, sagen die Ernährungswissenschaftler. Dass ein bis zwei Gläser Wein pro Tag nicht nur das Wohlbefinden erhöhen, sondern auch vor Krankheiten wie dem gefürchteten Herzinfarkt schützen können, ist nicht nur eine historische Wahrheit, sondern auch durch moderne wissenschaftliche Untersuchungen mehrfach belegt. So ist die Herzinfarktrate (aber auch die der Gesamtsterblichkeit) bei moderaten Weintrinkern niedriger als bei "Vielkonsumenten", aber auch – und das ist das Erstaunliche – bei den Abstinenzlern.
Kristalle im Weinglas
Wenn Sie in der Flasche, am Korken oder im Glas kleine weiße Kristalle entdecken, erschrecken Sie nicht. Freuen Sie sich lieber. Denn diese Kristalle sind der beste Beweis für die Güte Ihres Weines. Nur Weine, die neben vollreifer Güte einmal viel Säure-Anteile enthielten, können diese Weinstein-Kristalle bilden.
Wie Wein am besten gelagert wird
Ideal für die Lagerung von Weinen ist ein dunkler, kühler Raum mit etwas feuchter Luft und einer möglichst gleichbleibenden Temperatur zwischen 8° und 12°C oder 10° bis 15°, wenn Rotwein dabei ist. Wärme und Licht schätzen Weine nicht. Auch sollte man sie nicht in der Nähe von Lebensmitteln oder anderen Waren lagern, die starke Gerüche abgeben. Denn Weine "atmen" durch die Korken und neigen dazu, Gerüche aufzunehmen. Wenn Sie keinen Keller oder andere Lagermöglichkeiten haben, die diese Bedingungen erfüllen, sollten Sie auf jeden Fall einen Ort wählen, der nicht allzu starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Vielleicht einen Schrank in der Diele? Warme Stellen in der Küche oder helle, luftige Plätze in Fensternähe sind jedenfalls nicht zum empfehlen.
Wein sollten immer liegend lagern, damit der Korken feucht und elastisch bleibt.
Die Qualitätsgruppen
Jede Flasche Deutscher Wein ist klar und unmißverständlich gekennzeichnet: - als deutscher Tafelwein/Landwein, - als Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete - oder als Qualitätswein mit Prädikat.
Hiermit differenziert das deutsche Weinrecht anders als die EU-Verordnungen, die generell nur zwischen Tafelwein und Qualitätswein unterscheiden. Und noch etwas ist anders: z.B. erfolt in den Nachbarländern die Qualitätseinordnung im wesentlichen durch die Einteilung der Weinbergsflächen in "Tafelweinflächen" und "Qualitätsweinflächen".
Bei uns müssen zusätzlich auch die Weinberge zum Anbau bestimmter Sorten zugelassen sein. Die Einreihung der konsumreifen Weine in die Güteklassen erfolgt erst nach Anerkennung durch die zuständige Behörde. Dieses Prinzip gilt nach System und Umfang als einmalig.
Deutscher Tafelwein Deutscher Tafelwein muß ausschließlich aus im Inland zugelassenen Rebsorten stammen. Es sind einfache, bekömmliche und erfrischende Schoppenweine, die ausch einem von fünf Tafelweingebieten kommen.
Deutscher Landwein Deutscher Landwein ist eine gehobene Stufe des Tafelweines. Es sind herzhafte und frische Weine mit etwas mehr Körper und Charakter als einfache Tafelweine. Beim Landwein muß auch die Landschaft, aus der die Trauben stammen, angegeben sein. Trocken oder halbtrocken kommt dieser Wein aus einem von 19 Landweingebieten, von denen jedes seine besondere Eigenschaft hat. Je nach Jahrgang entfallen nur zwischen 2-4 % auf deutsche Tafel- und Landweine.
Qualitätswein b.A. "Qualitätswein bestimmter Angaugebiete" - auch kurz QbA genannt - ist die Kategorie, zu der die meisten Deutschen Weine gehören. Ein QbA darf nur aus einem einzigen der 13 bestimmten Anbaugebiete Deutschlands stammen. Und der muß die typischen Merkmale seines Anbaugebiets aufweisen. wenn er die amtliche Qualitätsweinprüfung bestehen will, zu der jeder QbA - im Unterschied zum Tafel- /Landwein - anzustellen ist. Denn erst aufgrund des Prüfungsbescheides darf die Bezeichnung QbA auf dem Etikett erscheinen. Qualitätsweine dürfen, ebenso wie französische A.C.-Weine, angemessen angereichert sein. Die schlichten Qualitätsweine werden, ebenso wie die Landweine, von den Winzern selbst als täglicher Schoppen genossen. Auch bei den geübten Weintrinkern wird diese Gewohnheit zunehmend beobachtet.
Qualitätswein mit Prädikat Qualitätsweine mit Prädikat, oft auch nur Prädikatsweine genannt, sind eine deutsche Besonderheit. Im Gegensatz zu Tafelwein und Qualitätswein b.A. dürfen Prädikatsweine nicht angereichert sein. Für sie gelten daher auch die höchsten Anforderungen in der Qualitätsprüfung hinsichtlich Sortenart, Reife, Harmonie und Eleganz. Diese Weine werden je nach Reifegrad (Mostgewicht/Öchsle) und der Leseart mit einem Prädikat ausgezeichnet, das immer auf dem Etikett stehen muß.
Kabinett - feine Weine aus reifen Trauben, die zugleich als leichte Qualitätsweine weltweit bekannt und geschätzt sind. Sie können wirklich unbeschwert genossen werden.
Spätlese - Weine von vollreifen Trauben, die zu einem späteren Zeitpunkt nach der allgemeinen Lese geerntet werden. Sie sind intensiver im Geschmack, aber nicht unbedingt süß. Es sind reife, elegante Weine, die auch zu kräftig gewürzten Gerichten passen, zumal wenn sie trocken ausgebaut wurden.
Auslese - edle Weine aus vollreifen gesunden Trauben; die unreifen Beeren werden ausgelesen. Sie bestechen durch ihr feines Bukett, die Fülle an Aromastoffen und durch einen Gehalt an dezenter reifer Säure. Im allgemeinen sind sie schon etwas süßer, aber es gibt auch trockene Auslesen.
Classic Deutsche Weine mit dem Signet "Classic" auf dem Etikett haben ein wiedererkennbares Geschmacksbild. Sie haben einen trockenen Geschmack. Dahinter steckt die Vorgabe, dass der Restzuckergehalt des Weines höchstens doppelt so hoch sein darf wie der Säuregehalt des Weines. Denn die Säure eines Weines bestimmt gemeinsam mit dem Zuckergehalt das Geschmacksbild eines Weines wesentlich mit. Beide haben eine ideale Relation zueinander, die der Weinerzeuger mit dem "Classic"-Wein sucht. Ein Wein mit etwas höherer Säure schmeckt bei einem etwas höheren Zuckergehalt ähnlich trocken wie ein Wein, bei dem Säure und Zuckerwerte etwas niedriger liegen. Aus welchem Anbaugebiet ein "Classic"-Wein auch immer kommt, sein Restzuckergehalt beträgt nie mehr als 15 Gramm. Darauf kann sich der Weinfreund verlassen. Auch darauf, dass solche Weine mit den meisten Speisen harmonieren. - Das typische Geschmacksbild: schmeckt trocken "Classic"-Weine bieten zudem ein ansprechendes Geschmacksbild, das ja bekanntlich auch vom Alkohol getragen wird. Der natürliche Alkoholgehalt der "Classic"-Weine muss ein Volumenprozent höher liegen als dies üblicherweise verlangt wird. Auf dem Etikett erscheint somit eine Alkoholangabe von 12 % vol, mitunter gar etwas mehr. Das garantiert vollmundige Weine mit Länge und Substanz. Der Konsument kann sich zudem darauf verlassen, dass ein "Classic-Wein" ein Jahrgangswein ist. Das Etikett gibt immer auch das Jahr der Weinernte an und ermöglicht somit eine Weinauswahl nach individuellen Vorlieben, sei es für junge oder für gereifte Weine. Schnell werden die Weinfreunde ihre bevorzugten Weine kennen und lieben lernen, denn die Ratlosigkeit gegenüber überfrachteten Etiketten entfällt. Ein "Classic"-Wein ist immer typisch für sein Anbaugebiet, sei es der Silvaner aus Rheinhessen oder der Riesling von der Mosel. Auf die Angabe von Weinlagen wird vollständig verzichtet. Den neuen "Classic"-Weinen kann man vertrauen. Denn der Weinproduzent und damit die Herkunft der Trauben sind nachvollziehbar.
Alle genannten Merkmale sollten ein Garant dafür sein, dass der in der Werbung proklamierte Anspruch "Classic - hat Klasse, schmeckt klasse" sich in jeder "Classic"-Weinflasche wieder findet.
Die Weinarten
Das deutsche Weingesetz unterscheidet mehrere Weinarten. "Art" bezieht sich auf die Farbe des Weins oder auf die Art der Produktion Weißwein - aus weißen Trauben Rotwein - aus roten Trauben, die rot gekeltert werden, um die Farbe zu erhalten Rosé - aus roten Trauben, die aber hell, also gleich gekeltert werden. Die Farbe ist daher blaßrötlich. Weißherbst ist ein Rosé, der nur aus einer einzigen Rotweinrebsorte besteht, und es muß immer ein QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) oder Prädikatswein sein.